Gerade die ersten Lebensjahre haben einen großen Einfluss auf die Entwicklung des Gehirns. Wie sich das Gehirn in dieser Zeit entwickelt, wirkt sich auch auf die Lernfähigkeit des Kindes und somit auf den Erfolg in der Schule sowie im Beruf aus. Daher macht es Sinn, schon früh mit dem Gedächtnistraining zu beginnen. Das Gedächtnistraining wird auch als Gehirnjogging bezeichnet. Darunter versteht man verschiedene Übungen und Methoden, die den Stoffwechsel sowie die Durchblutung des Gehirns fördern und so die Merkfähigkeit verbessern.
Gehirnjogging zur Verbesserung des Kurzzeitgedächtnisses
Wie gut wir uns Dinge merken können, hängt sehr stark von unserem Gehirn ab. Dieses ist sehr komplex
aufgebaut und muss alle eingehenden Informationen verarbeiten. Die Verarbeitung und Speicherung der
Informationen erfolgen in unterschiedlichen Bereichen. Es gibt das sensorische Gedächtnis, das
Kurzzeitgedächtnis und das Langzeitgedächtnis. Das sensorische Gedächtnis wird auch als
Ultrakurzzeitgedächtnis bezeichnet. Es ist dazu in der Lage, zahlreiche Informationen für wenige Sekunden
zu speichern. Nur ein kleiner Teil dieser Informationen gelangt ins Kurzzeitgedächtnis. Der Großteil wird
direkt gelöscht.
Das Kurzzeitgedächtnis ist auch unter dem Namen Arbeitsgedächtnis bekannt. Es speichert die
Informationen sekunden- bis minutenlang und ist dazu in der Lage, diese zu verarbeiten und auszuwerten.
Zudem leitet das Arbeitsgedächtnis einen Teil der Informationen an das Langzeitgedächtnis weiter.
Allerdings ist die Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses begrenzt. Wenn die Informationen also im
Langzeitgedächtnis verankert werden sollen, ist es notwendig, diese zu wiederholen. Beispielsweise kann
unser Gehirn Vokabeln oder Matheformeln durch Wiederholungen langfristig abspeichern. Um die
Kapazität des Kurzzeitgedächtnisses zu erhöhen, kann man sein Gehirn mithilfe von verschiedenen Übungen
trainieren.

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Eines der wichtigsten Systeme des menschlichen Gehirns ist das Kurzzeitgedächtnis. Es lässt sich mithilfe spezieller Übungen trainieren.
Die Vorteile von Gedächtnistraining
Mithilfe von verschiedenen Gehirnjogging-Übungen lässt sich das Kurzzeitgedächtnis trainieren. Dabei ist
eine gute Merkfähigkeit gerade in der Schule äußerst nützlich. Durch ein gutes Erinnerungsvermögen
können sich Kinder die Lerninhalte leichter einprägen. Das hat auch eine positive Wirkung auf den
Lernerfolg und die persönliche Entwicklung. Schließlich kann das Merken von Matheformeln und anderen
Inhalten jedes Mal ein kleines Erfolgserlebnis für das Kind darstellen.
Darüber hinaus steuert das Arbeitsgedächtnis die Konzentration und den Fokus. Daher können Übungen,
die diesen Bereich unseres Gehirns trainieren, zu einer besseren Konzentrationsfähigkeit beitragen. Auch
das ist in der Schule von Vorteil. Selbst Kinder, die mit ADHS oder ähnlichen Krankheiten zu kämpfen haben,
können vom Gehirntraining profitieren.
Neben einer verbesserten Merkfähigkeit und einer höheren Konzentrationsfähigkeit geht das Gehirnjogging
mit einigen weiteren Vorteilen einher. Es kann die Auffassungsgabe, die Kombinationsgabe und die
Denkgeschwindigkeit verbessern. Gleichzeitig ist es mithilfe von verschiedenen Übungen möglich, das
logische Denken zu trainieren sowie weitere Fähigkeiten, wie das Schreiben, Lesen oder Kopfrechnen, zu
fördern. Außerdem kann man mithilfe des Gedächtnistrainings die Augen-Hand-Motorik sowie die
Feinmotorik trainieren und die Kreativität fördern.
Das Gehirntraining spielerisch gestalten: Ideen für Eltern
Das Gehirnjogging für Kinder sollte möglichst spielerisch gestaltet werden. Das Training sollte auch dazu
führen, dass Kinder ihre Begabungen entdecken, neugierig werden und neue Erfahrungen sammeln. Sie
sollten Freude daran haben, zu denken und ihr Gedächtnis zu fördern.
Am besten ist es, wenn das Gehirntraining so gestaltet wird, dass die Kinder es lediglich als Spaß ansehen
und überhaupt nicht bemerken, dass hier gerade ein Training stattfindet. Das kann zum Beispiel mithilfe von
Kombinationsspielen oder den beliebten Kartenspielen Memory und Uno gelingen. Nachfolgende Tipps
können ebenfalls dabei helfen, das Gedächtnistraining möglichst spielerisch in den Alltag zu integrieren:
- Eltern können ihren Kindern zwischendurch ein paar Rechenaufgaben oder Quizfragen stellen. Das kann zum Beispiel auf Autofahrten oder Fahrten mit dem Bus bzw. Zug Spaß machen.
- Körperliche Übungen sind eine weitere Möglichkeit, das Gedächtnis zu trainieren. Diese Art des Gehirnjoggings kann vor allem für Kinder im Kindergartenalter und Grundschulalter in Frage kommen.
- Ebenso können Eltern zusammen mit ihren Kindern verschiedene Aktivitäten unternehmen. Sie können zum Beispiel einen Themenpark besuchen. Auch hierbei wird das Gedächtnis trainiert.

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Mithilfe von Memory und anderen Spielen können Kinder ihr Erinnerungsvermögen verbessern.
Weitere Tipps zum Gedächtnistraining mit Kindern
Das Gedächtnistraining kann zu einem besseren Erinnerungsvermögen führen und die
Konzentrationsfähigkeit erhöhen. Damit die positiven Effekte eintreten können, sollten Eltern folgende
Aspekte beachten:
- Das Kind sollte beim Gedächtnisjogging keinen Leistungsdruck verspüren. Andernfalls könnte es Angst bekommen, Fehler zu machen. Das könnte zu einer Blockade der kognitiven Fähigkeiten führen. Daher ist es für Eltern wichtig, auf die eigene Ausdrucksweise zu achten und dafür zu sorgen, dass das Kind keinen Druck verspürt. Eine falsche Ausdrucksweise kann auch eine eingeschränkte Lernfähigkeit und ein vermindertes Selbstwertgefühl zur Folge haben.
- Am besten ist es, das Gedächtnis des Kindes mithilfe von verschiedenen Übungen und Methoden zu trainieren. Abwechslungsreichere Aufgaben sorgen für einen höheren Lerneffekt.
- Zu beachten ist, dass das Training des Gehirns für die Kinder ziemlich anspruchsvoll ist. Sie können sich jedoch nur eine begrenzte Zeitspanne am Stück konzentrieren. Daher sollte das Gehirntraining nicht zu lange dauern. Wichtig ist jedoch, dass es regelmäßig stattfindet.
- Ab welchem Alter das regelmäßige Training des Gedächtnisses stattfinden sollte, lässt sich pauschal nicht sagen. Schließlich entwickelt sich jedes Kind in seinem eigenen Tempo. Meist ist es sinnvoll, das Gedächtnis ab dem vierten Lebensjahr mithilfe von spielerischen Methoden oder Übungen zu fördern.