Mentales Aktivierungstraining

Das Aktivationsmodell

Warum sind wir manchmal geistig träge und in anderen Situationen so angespannt, dass wir uns kaum noch konzentrieren können? Das Aktivationsmodell erklärt diesen Zusammenhang.

Ein einfaches Beispiel:
Direkt nach dem Aufwachen fällt selbst eine leichte Rechenaufgabe oft schwer. In einer stressigen Prüfungssituation kann dagegen eine zu hohe Anspannung zu einem Blackout führen.

Erregung und geistige Leistungsfähigkeit

Direkt nach dem Aufwachen am Morgen ist die nervöse Erregung noch sehr niedrig. Vor einer ganzen Klasse oder in einer Prüfung kann das Erregungsniveau dagegen so hoch sein, dass eine gute Konzentration kaum noch möglich ist.

Das Aktivationsmodell beschreibt den Zusammenhang zwischen nervöser Erregung und geistiger Leistungsfähigkeit. Es wird auch als Yerkes-Dodson-Gesetz bezeichnet.

Auf der waagerechten Achse wird der physiologische Aktivierungsgrad dargestellt. Auf der senkrechten Achse steht die mentale Leistungsfähigkeit. Zwischen beiden Größen besteht eine umgekehrt U-förmige Beziehung.

Aktivationsmodell mit umgekehrt U-förmigem Verlauf
Die geistige Leistungsfähigkeit ist bei mittlerer Aktivierung am höchsten.

Das optimale Aktivationsniveau

Bei sehr geringer nervöser Erregung, zum Beispiel bei Schläfrigkeit, ist die mentale Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Dasselbe gilt bei sehr starker Erregung, etwa unter großem Stress oder bei Angst.

Der höchste Wert der geistigen Leistungsfähigkeit liegt bei mittlerer Erregung. Dieser Zustand wird als volle Wachheit oder optimales Aktivationsniveau bezeichnet.

In diesem Bereich funktionieren Konzentration, Gedächtnis und Kreativität am besten. Ein zentrales Ziel des mentalen Aktivierungstrainings besteht darin, diesen günstigen Aktivierungszustand zu erreichen.

Merksatz:
Zu wenig Aktivierung macht träge. Zu viel Aktivierung überfordert. Die beste geistige Leistung entsteht bei einem mittleren Aktivierungsniveau.